Dolce & Gabbana

Das italienische Modeunternehmen Dolce & Gabbana S.r.l. wurde 1985 von den beiden Designern Domenico Dolce und Stefano Gabbana gegründet, die zu dieser Zeit noch ein Paar waren. Das Unternehmen betreibt zwei Markenamen, den gleichnamigen Firmennamen und D&G by Dolce and Gabbana, die beide im Hauptstandort Mailand produziert werden. Über 3.400 Mitarbeiter entwerfen, designen und verkaufen in 74 Ländern und erwirtschafteten Ende 2007 einen Umsatz von 1,05 Milliarden Euro. Kein Wunder, wenn zahlreiche weltberühmte Stars, Sternchen und Promis sich als Fans von Dolce & Gabbana bekennen, unter ihnen zum Beispiel: Beyonce Knowles, Madonna, Katie Holmes, Victoria Backham, Scarlett Johannson, Collin Farell, Al Pacino, Jessica Alba, Lindsay Lohan oder Jennifer Lopez.

Dolce Gabbana

Dolce and Gabbana

Das Unternehmen konzentriert sich seit der Gründung auf die Produktion und den Verkauf von Bekleidung, Schuhen, Accessoires und Schmuck im Luxussegment. Dolce & Gabbana besitzt viele Lizenzen und Partner, sodass auch einige gemeinsame Produktionen wie etwa die eines Handys mit dem Unternehmen Motorola zustande kamen. Im Bereich der Bekleidung legt Dolce & Gabbana seinen Schwerpunkt auf bunte, glitzernde, klassische und vor allem sexy Designs die vor allem starke, selbstbewusste und sportliche Frauen und Männer ansprechen sollen, die gern zeigen, was sie haben. Doch auch längere Röcke, Wollstoffe, bequeme High Heels sowie Schuhe mit Blockabsatz, alles natürlich wiederum sehr sexy, kamen in neuen Kollektionen vor.
In den letzten Jahren jedoch hatte das Unternehmen weniger mit seinem erfolgreichem Umsatz von sich reden gemacht, sondern mehr mit negativen Schlagzeilen.
So lief die neuste Werbekampagne von Dolce und Gabbana aufhorchen und schließt sich in Ihrer Machart zahlreichen Vorgängern wie Alexander McQueen oder den United Colours of Benetton an, die sich mit provokativer Werbung Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit errangen.
Das Plakat von Dolce & Gabbana zeigt einen Mann mit nacktem Oberkörper, der eine Frau am Boden festhält. Sie liegt auf dem Rücken, wehrt sich, die Beine sind entblößt, vier Männer schauen den beiden zu. Darstellung einer Vergewaltigung?
Zahlreiche Menschen fühlen sich von diesem Bild angegriffen und alarmiert. So werde laut der italienischen Frauenministerin B.Polasrini zur Gruppenvergewaltigung von Frauen aufgerufen. Sie appelliert an das Designer-Duo die Kampagne zu stoppen, denn es gibt zu viele reale Vorkommnisse solcher Szenen und Grenzen seien eindeutig überschritten worden. Auch die stärkste Gewerkschaftsorganisation in Italien, die CGIL rief zum Protest gegen die Vergewaltigungsszenerie auf und verwiesen auf Statistiken, die zeigen, dass fast 32 Prozent der italienischen Frauen Opfer von physischer oder sexueller Gewalt sind.
Doch auch in Europa wurde das Entsetzen über das schockierende Plakat sehr schnell laut, denn, so Martha Stocker, Vorsitzende der SVP-Frauenbewegung: „Stellen wir uns vor, es wäre ein Kind oder auch ein Vertreter einer rassischen Minderheit, zum Beispiel ein Afrikaner, der da niedergedrückt würde: Der Aufschrei wäre groß. Weil es aber ‚nur’ eine Frau ist, bezeichnen die Modemacher das Entsetzen als ‚rückständig’“!
Dolce & Gabbana verteidigt die Werbeaktion damit, dass nirgends Blut, Tränen oder Schweiß im Bild vorkommen würden und alles inszeniert und künstlich wirkt. Nach einigen Monaten jedoch kündigen Sie an, dass Plakat zurückzuziehen, jedoch nur in Spanien, da man dort „ziemlich zurückgeblieben sei“ und ihre Frage, was ein künstlerisches Foto mit Gewalt an Frauen zu tun hat bleibt offen bestehen.
Doch nicht nur diese viel diskutierte Werbeaktion rückte das Unternehmen in ein negatives Licht, auch Gerüchte um Steuerhinterziehungen werden lauter. So haben die beiden Designer angeblich 125 Millionen Euro an Steuern und Rechnungen nicht bezahlt, so das Magazin „Vanity Fair“. Die Ermittlung dazu laufen gerade an.