Londsdale

Das Unternehmen Londsale Sports Equipment Ltd. wurde im Jahre 1960 von Bernhard Hart in London gegründet. Seit dem ist Lonsdale sowohl eine beliebte, aber auch vor allem eine umstrittene Marke. So produzierte Londsdale anfangs ausschließlich Sportbekleidung, insbesondere im Bereich des Boxsportes und wurde um 1970/ 1980 durch Prominente wie Muhammad Ali, Lennox Lewis, Henry Cooper und Mike Tyson berühmt, welche die Kleidung nicht mehr nur während Sportes trugen, sondern auch in der Freizeit. In Deutschland erhielt die Firma Punch von 1993 bis 2006 die Lizenzrechte an Londsdale und produzierte und vertrieb die Marke mit einem jährlichen Umsatz von ca. 5 Millionen Euro sehr erfolgreich. Zu seinen Kunden zählt unter anderem auch der Große Konzern Karstadt/Quelle. Nach zweijähriger Pause auf Grund lizenzrechtlicher Umstrukturierungen innerhalb des Unternehmens, vertreibt die Punch GmbH. nun wieder die Marke Londsdale mit vier jährlich entworfenen Kollektionen. Londsdale kämpfte immerzu mit seinen Imageproblemen Londsdale hat allerdings seit je her weltweit, aber insbesondere in Deutschland mit vehementen Imageproblemen zu kämpfen. So war die Marke bereits ab 1960 besonders in der Szene der Skinheads, eine Subkultur deren Ursprünge im Arbeitermilieu der englischen Großstädte liegen, sehr beliebt. In dieser Kultur war auch vor allem die Box-Szene sehr präsent und diese trugen sowie auch die Skinheads häufig Londsdale-Kleidung, ohne, dass dies jedoch einen rassistischen Hintergrund hatte.

Lonsdale Logo

Londsdale


Erst Anfang der 80er Jahre wurden Teile der Skinheads von rassistischen und nationalsozialistischen Strömungen erfasst. Sie begannen Londsdale nun aus nicht mehr aus modischen Gründen zu tragen, sondern weil sich im Markennamen die Buchstabenkombination „NSDA“ findet, wurde dies zunehmend als Anspielung auf die NSDAP verstanden. Dadurch dass der Parteiname jedoch nicht ausgeschrieben war, lag auch keine Verletzung des Trägers etwa das Tragen verfassungsfeindlicher Symbole vor. Durch die Kombination von Londsdale Artikeln mit offenen Bomberjacken, können stets immer nur die Buchstaben „NSDA“ gelesen werden und somit wurde Londsdale zur „Marke der Rechten“. Zu allem Überfluss bildete sich zu dieser Zeit auch noch die Marke „Consdaple“ heraus, welche Londsdale nachahmt jedoch im Markenname das gesamte Wort „NSDAP“ enthielt. Die Einnahmen dieser Firma gehen auch an neonazistische Strukturen und Vereinigungen. Anfangs hielt die Firma Londsdale es für das Beste das Poblem totzuschweigen, doch schon bald brachen die Verkaufszahlen stark ein und immer mehr Rechtsradikale zeigten sich stolz in der Kleidung. Seit einigen Jahren versuchte das Label daher sich gegen diese Vorwürfe zu wehren und so trat und tritt Londsdale zunehmend als präsenter Sponsor zahlreicher multikultureller Feste, Initiativen und Veranstaltungen auf, wie z.B. dem Christopher Street Day in Köln oder setzen als Zeichen farbige Models für in der Werbepräsentation ein. Auch fanden intensive Kooperationen beispielsweise mit der 2000 gegründeten Initiative „Augen auf – Zivilcourage zeigen“ statt, bei welcher Lonsdale finanzielle Unterstützung sowie zahlreiche Bekleidungsstücke für die Helfer des dreitägigen Festivals spendete. Neben tausenden Ansteckern, T-Shirts, Bannern und Werbeplakaten mit dem Spruch „contro il razzismo“ wurde sogar eine eigene Kollektion von Londsdale und „Augen auf“ produziert. 2003 startete das Label dann eine eigene antirassistische Kampagne mit dem Slogan “LONSDALE loves all colours” und stattet seitdem eine afrikanische Fußballmannschaft mit Trikots aus. Mit der prominenten Unterstützung von Stars wie Dirk Bach, Oli P. oder Detlef D! Soost versucht Londsdale zunehmend sich von den rechtsradikalen Vorwürfen zu distanzieren und ein nichtrassistisches Image aufzubauen. Das Unternehmen startete sogar zuletzt das Wagnis, Verträge mit 14 Händlern und Geschäften zu kündigen die der rechten Szene angehören sollten. Teilweise scheinen diese Kampagnen wirklich Erfolg zu haben, denn in einigen nationalsozialistischen Kreisen kam es zum Boykot der Marke Londsdale und einige verbrannten sogar die Kleidung. So belegen auch die Zahlen der Firma Punch den Erfolg und so erklärte der Sprecher des Unternehmens 2005: „Im Brennpunktgebiet Sachsen ist unser Umsatz seit September 2003 um 75 Prozent eingebrochen“. Im März 2006 flammte jedoch die Diskussion um den rassistischen Bezug Londsdale’s wieder auf. Die Quelle GmbH, längejähriger Abnehmer der Marke, beschloss aufgrund eines Schreibens der Jusos Papenburg über den angeblichen Neonazi-Schriftzug im Markennamen, nach dem Ausverkauf der restlichen Londsdale Bestände, diese komplett aus ihrem Angebot zu nehmen. Doch schon wenige Tage später wurde diese Entscheidung revidiert gemacht und ein Sprecher erklärte, dass Karstadt/Quelle sich überzeugt habe, dass sich die Punch GmbH eindeutig von rassistischem Gedankengut distanziere. Auch die niedersächsischen Jusos entschuldigten sich mittlerweile bei der Punch GmbH. Heute hat sich der Wirbel um die Marke Londsdale wieder ein wenig gelegt, die Verkaufszahlen stabilisiert und in Kreisen der Jugendkulturen und in bestimmten Musikgenres wie Punk, Ska, New Wave und Gabbers gewinnt das Label ungeahnte Beliebtheit. Bleibt nur die Frage, was wohl der fünfte Graf von Lonsdale, der als Sportler half den damaligen Boxsport bekannt zumachen und zu legalisieren und seinem Namen für die Marke frei gab, zu dessen umstrittenes Image sagen würde.